Als das „Territorium Ymmingeroth“ wird Immingerode erstmals 1184 in einer Urkunde der Äbtissin Agnes II von Quedlinburg urkundlich erwähnt.

Aus dem Ortsnamen lässt sich Verschiedenes über die Entstehungszeit des Ortes ableiten. Ortsnamen waren im Mittelalter bestimmten „Moden“ unterworfen, je nach dem Geschmack des Grundherren, die in aller Regel den Namen bestimmten. Dies waren im Fall von Immingerode  die Ludolfinger, die in Duderstadt einen ihrer Sitze hatten. Sie bevorzugten als Ortsnamenendung  eine Zusammensetzung aus „inga“ (germ. Wortstamm, der die Zugehörigkeit zu einer Person angibt) und „rode“ (roden, Beseitigung des Waldes). Wahrscheinlich wurde Immingerode im 10. Jahrhundert als Rodung der Leute des „Immo“ angelegt.

1432 wird Immingerode in einem Rechnungsbuch der Stadt Duderstadt  als eines ihrer Ratsdörfer erwähnt. Im Gegensatz zu den Kaufleuten in den Städten waren die Ritter immer mehr verarmt, so dass, wie viele andere auch, Bruno von Immingerode seinen Besitz an den Rat der Stadt verpfänden musste. Die adeligen Güter wurden durch Verwalter, dem sogen. Meier, bewirtschaftet. Für 1670 werden in Immingerode fünf Meiergüter genannt. Verbunden war der Ort auch mit dem Kloster Teistungenburg , das einst hier ein Vorwerk besaß.

Duderstadt übte auch in Immingerode die untere Gerichtsbarkeit aus, die Bauern hatten Hand- und Spanndienste zu leisten. Die 12 bespannten Bauern und die 13 Kotsassen (kleiner Hof) von Immingerode hatten jährlich 45 Zentner Hafer für den Duderstädter Marstall zu liefern. Zu diesen Diensten gehörte weiterhin die Verpflichtung, das Heu vom Westerborn einzufahren, sowie das Einbringen der Roggen- und Weizenernte für das Stadtgut in Breitenberg. Die Ablösung von diesen Diensten erfolgte erst im 19. Jhdt., 1852 der Zehnt, 1861 die Hand- und Spanndienste, aber erst 1905 der Satzhafer.

Wie die anderen Ratsdörfer wurde auch Immingerode durch die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges (1618-1648) von Pest und Auswanderungen stark betroffen. Lebten 1609 in Immingerode 160 Personen und 1620 sogar 180 Personen, so war die Zahl am Ende des Kriegs 1648 auf 75 Personen gesunken. In den folgenden Jahren, bis zum Beginn des 2. Weltkrieges, stieg die Bevölkerung wieder auf 379 Menschen an.

Einen großen Sprung machte die Einwohnerzahl im Jahr 1946, als der Ort durch die Aufnahme von 233 Flüchtlingen, Evakuierten und Heimatvertriebenen auf 524 anwuchs. In den letzten Jahren schwankt die Zahl immer um ca. 500 Einwohner.

Dadurch, dass die Landwirtschaft auf den durch die Realerbteilung zu kleinen Hofstellen oft nicht genug zum Leben abwarf, kam es auch in Immingerode dazu, das viele einen Handwerksberuf erlernen mussten. Der bis heute nahezu landwirtschaftlich geprägte Ort hat nur wenige Gewerbebetriebe, so mussten viele ihr Handwerk in der Fremde ausüben und wurden zu Wanderarbeitern in ganz Deutschland. „Der Vater fuhr Ostern weg und kam im Herbst zu Martini wieder heim“.

Auch gibt es aufschlussreiche Dokumente (in Privatbesitz), die einen Einblick in das Berufsleben eines Wandermusikanten und seiner mit ihm herumziehenden Musikgesellschaft (von  Christoph Jagemann, geb. 10.09.1819 in Immingerode, gest. 01.03.1904 in Tiftlingerode).

Immingerode ist von direkten Zerstörungen des 2. Weltkriegs verschont geblieben. Am Ostersonntag, den 01.04.1945, abends um 20.00 Uhr, gab es zwei gewaltige Detonationen. Am nächsten Morgen konnte man zwei riesige Bombentrichter an der Landstraße nach Böseckendorf in einer Wiese, ca. 200 m vom Dorf entfernt, sehen. Die Bomben hatten keinen großen Schaden angerichtet, nur einige Splitter, die bis zur Dorfmitte geflogen waren, steckten in einem Fensterrahmen.

Der Ort selbst war nur einen Tag lang Kriegsschauplatz, nämlich als ca. 750 amerikanische Soldaten am 9. April 1945 das Dorf besetzten. An dem Tag sind bei einem Schusswechsel auf dem Pferdeberg zwei deutsche Soldaten gefallen. Sie wurden auf dem Friedhof in Immingerode beigesetzt.

Im Juli 1945 wurde das Eichsfeld geteilt. Der Kreis Duderstadt wurde britisch besetzte Zone, die Kreise Heiligenstadt und Worbis wurden von sowjetischen Truppen besetzt. Die ehemalige Grenze zwischen dem Königreich Hannover und Preußen wurde zur Grenze im Westen zur Bundesrepublik Deutschland und im Osten zur sog. DDR. Immingerode wurde von dieser Grenzziehung hart getroffen, schneidet sie, nur wenige Kilometer südlich des Ortes verlaufend, Teile der ehemaligen Gemarkung ab und trennte die Bewohner von vielen Verwandten und Bekannten, mit denen man in Nachbarschaft lebte.

© 2013 Bernd Klingebiel

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